„Warme Klänge“

FRANKFURTER NEUE PRESSE VON MATTHIAS GERHART

Emotional, expressiv und farbenreich so sieht sich das bezeichnenderweise nach dem Maler Pierre Bonnard benannte Ensemble. Im Kaisersaal gab es eine Kostprobe dessen man hatte Werke dreier verschiedener Stilrichtungen ausgewählt. Haydns Klaviertrio E-Dur empfand man dabei vielleicht noch am bravsten Olena Kushpler (Klavier), Hovhannes Baghdasaryan (Violine) und der Cellist Mikhail Tolpygo musizierten jedenfalls in ausgezeichneter Feinabstimmung und erzeugten damit warme, ausdrucksstarke Klänge. In strahlenden Farben erschien auch Mendelssohns c-Moll-Trio, wobei sich hier besonders die temperamentvolle Pianistin hervortat. Die beiden Streicher aber hatten genug Mumm, um sich nicht überdecken zu lassen. Schluss- und Höhepunkt war Ravels eigenwilliges a-Moll-Trio. Hier gelang es dem Ensemble, den sehr kompakten und konzentrierten Charakter des Werkes ansprechend darzustellen. Ohne größere Schwierigkeiten meisterten die drei Musiker auch die hohen spieltechnischen Herausforderungen, die die beiden lebhaften Sätze an die Spieler stellten. Von eindrucksvoller Wärme und Klarheit war die gefühlvolle Passacaille, der langsame Satz des 1914 entstandenen Trios, die nochmals die große Stilsicherheit der jungen Musiker hervorhob.